November 28

Die Grippesaison 2025/2026 hat in Deutschland bereits begonnen – und sie ist ungewöhnlich aggressiv. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat am 28. November 2025 alarmiert: Eine neue Subklade des H3N2-Virus verbreitet sich schneller als je zuvor, besonders in Norddeutschland. Dr. Michael Wünning, Chefarzt am Marienkrankenhaus Hamburg, bestätigte: "Die erste Infektwelle rollt durch Hamburg." Kein theoretisches Szenario mehr – das ist Realität. Und die Krankenhäuser bereiten sich darauf vor, dass es nicht nur eine starke, sondern eine frühzeitige Welle wird.

Warum ist diese Grippewelle anders?

Die neue H3N2-Variante, die seit Herbst 2025 dominierend ist, zeichnet sich durch eine höhere Übertragungsrate und eine größere Fähigkeit aus, bestehende Immunitäten zu umgehen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits 14 % mehr Grippefälle im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres registriert – und das, obwohl die Saison normalerweise erst im Dezember richtig losgeht. Besonders betroffen sind Senioren, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Schwangere. Doch jetzt gibt es eine neue Dimension: Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 17. Juli 2025 ihre Empfehlungen erweitert. Ab sofort zählen auch Mitarbeiter in Tierhaltungen, Tierparks, Tierheimen und Schlachthöfen zu den Risikogruppen – ein bisher unüblicher Schritt, der auf die Zoonose-Gefahr durch H5Nx-Viren in Tieren hinweist.

Was ändert sich bei den Impfstoffen?

Für die Saison 2025/2026 stehen erstmals zwei neue Impfstoffoptionen für Menschen ab 60 Jahren zur Verfügung: der Hochdosis-Impfstoff und der MF-59-adjuvantierte Impfstoff. Beide sind speziell auf die abgeschwächte Immunantwort älterer Menschen zugeschnitten. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bis Mitte Oktober bereits 18,5 Millionen Dosen zugelassen – das ist die höchste Menge seit der Pandemie. Seit September werden sie an Apotheken ausgeliefert. Wer einen Standard-Impfstoff verabreicht, tut das nur noch als letzte Option – und nur, wenn die speziellen Varianten nicht verfügbar oder medizinisch kontraindiziert sind.

Ärzte vs. Apotheker: Wer darf impfen?

Ein heftiger Streit tobt zwischen Ärzten und Apothekern. Dr. Sibylle Steiner, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), setzt sich dafür ein, den sogenannten "Regress" abzuschaffen – eine finanzielle Strafe für Ärzte, die Impfungen durchführen. "Die Kolleginnen und Kollegen impfen Tag für Tag. Warum sollen sie dafür bestraft werden?", fragt sie. Ihre Forderung: mehr finanzielle Anreize, weniger Bürokratie.

Doch Dr. Thomas Hofmeister, KBV-Präsident, warnt davor, Impfungen in Apotheken auszuweiten. "Impfen ist mehr als eine Injektion. Es ist Anamnese, Ausschluss von Kontraindikationen, Notfallvorbereitung – das ist medizinische Verantwortung, die keine Apotheke tragen kann." Er verweist auf die jährlich mehr als 20 Millionen Impfungen, die Ärzte in Praxen durchführen – mit vollständiger medizinischer Begleitung. Gegen diese Haltung steht die Praxis: Am 8. Oktober 2025 findet die dritte "Lange Nacht des Impfens" statt. Über 140 Apotheken in ganz Deutschland impfen bis Mitternacht – und haben im vergangenen Jahr knapp 5.000 Dosen verabreicht. Heike Gnekow, Vorsitzende des Bundesverbandes der Versorgungsapotheker (BVVA), sagt: "Niedrigschwellige Angebote funktionieren. Wer nicht zur Praxis kommt, kommt zur Apotheke. Das ist Gesundheitsversorgung der Zukunft."

Was bedeutet das für Sie?

Die STIKO und das RKI empfehlen: Impfen Sie sich zwischen Oktober und Mitte Dezember. Wer gleichzeitig gegen Grippe und COVID-19 geimpft werden muss, kann beide Impfstoffe an unterschiedlichen Armen bekommen – ohne Risiko. Und selbst wenn der Impfstoff nicht perfekt auf die aktuelle Virusvariante abgestimmt ist: Studien zeigen, dass er schwere Verläufe um bis zu 60 % reduziert. Das ist kein perfekter Schutz – aber ein lebenswichtiger.

Was kommt als Nächstes?

Bis Ende November wird das Bundesgesundheitsministerium über die Genehmigung der neuen Impf-Richtlinie entscheiden. Die Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vom 4. September 2025 steht kurz vor der Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Sobald sie wirksam ist, können Ärzte die neuen Impfstoffe kostenfrei verabreichen – und Patienten müssen nicht mehr selbst zahlen. Parallel dazu wird die Debatte um die Impfbefugnisse von Apothekern weiter eskalieren. Das Bundesministerium prüft offenbar eine gesetzliche Ausweitung – doch die Ärzteschaft wehrt sich mit aller Kraft.

Warum das alles so wichtig ist

In der Grippesaison 2022/2023 starben in Deutschland über 20.000 Menschen an Influenza-Komplikationen – die meisten davon über 70 Jahre alt. Die neue H3N2-Variante ist nicht nur ansteckender, sie verursacht auch häufiger Lungenentzündungen und Multiorganversagen bei Risikopatienten. Wer jetzt nicht impft, riskiert nicht nur sich selbst – sondern auch die Kapazitäten der gesamten Gesundheitsinfrastruktur. Krankenhäuser, die bereits unter Personalmangel leiden, könnten überlastet werden. Und das, obwohl der Schutz einfach ist: eine Spritze, die Leben rettet.

Frequently Asked Questions

Wer sollte sich unbedingt gegen Grippe impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt die Impfung allen Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz sowie Personen mit Immunschwäche. Neu hinzugekommen sind Berufsgruppen mit Tierkontakt: Tierärzte, Mitarbeiter in Schlachthöfen, Tierparks und Tierheimen. Wer zu einer dieser Gruppen gehört, sollte sich unbedingt impfen lassen – besonders in dieser Saison.

Warum gibt es jetzt zwei neue Impfstoffe für Ältere?

Mit dem Alter nimmt die Immunantwort ab. Der Hochdosis-Impfstoff enthält mehr Antigene, der MF-59-Impfstoff einen Wirkverstärker, der das Immunsystem stärker anregt. Beide zeigen in Studien eine um 20–30 % höhere Wirksamkeit bei Menschen über 60 im Vergleich zum Standard-Impfstoff – und reduzieren das Risiko eines Krankenhausaufenthalts deutlich.

Kann ich mich gegen Grippe und COVID-19 gleichzeitig impfen lassen?

Ja, das ist laut RKI sicher und empfohlen. Die Impfstoffe werden einfach an unterschiedlichen Körperstellen gespritzt – etwa ein Arm für Grippe, der andere für COVID-19. Studien zeigen keine erhöhte Nebenwirkungsrate. So sparen Sie Zeit und sichern sich doppelten Schutz, besonders wichtig in dieser frühen Grippewelle.

Warum ist die Impfung in Apotheken so umstritten?

Ärzte argumentieren, dass Impfen mehr als eine Spritze ist: Anamnese, Ausschluss von Fieber oder Allergien, Notfallvorbereitung – das erfordert medizinische Ausbildung. Apotheker haben diese Ausbildung nicht. Während Apotheken als niedrigschwellige Zugänge wichtig sind, warnen Ärzte vor einer Entprofessionalisierung der Impfmedizin – besonders bei Risikopatienten.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Das RKI empfiehlt Oktober bis Mitte Dezember. Die Impfwirkung hält etwa sechs bis acht Monate an. Wer zu früh impft – etwa im September – könnte im Februar, wenn die Welle noch andauert, keinen ausreichenden Schutz mehr haben. Spätestens Mitte Dezember sollte die Impfung abgeschlossen sein.

Wie viele Impfdosen stehen in Deutschland zur Verfügung?

Bis Mitte Oktober 2025 hat das Paul-Ehrlich-Institut 18,5 Millionen Dosen zugelassen – das ist mehr als in jeder der letzten fünf Saisons. Die Auslieferung an Apotheken und Praxen läuft seit September. Ob das reicht, hängt von der Impfbereitschaft ab: In der Saison 2023/2024 wurden nur 58 % der über 60-Jährigen geimpft – das muss sich dringend ändern.

Lennart Fichtner

Hallo, ich bin Lennart Fichtner, ein Experte auf dem Gebiet des Sports. Seit meiner Jugend bin ich begeistert von verschiedenen Sportarten, aber meine wahre Leidenschaft ist das Golfspielen. Ich verbringe viel Zeit auf dem Golfplatz und habe mich im Laufe der Jahre zu einem echten Kenner des Sports entwickelt. Um mein Wissen und meine Erfahrungen zu teilen, schreibe ich regelmäßig Artikel und Beiträge über Golftechniken, Ausrüstung und Turniere. Mein Ziel ist es, anderen Golfliebhabern dabei zu helfen, ihr Spiel zu verbessern und die Faszination dieses Sports zu entdecken.